Goldschmuck
Goldschmuck - Geschichte und Gegenwart
Seit die Menschheit denken kann wird Schmuck zur Verschönerung des eigenen Körpers oder von Gegenständen getragen. Goldschmuck nimmt dabei eine Sonderstellung ein. Das Edelmetall Gold ist schon seit Jahrtausenden in nahezu allen Kulturen ein gern verwendeter Stoff in Schmuck. Nachweislich nutzt die Menschheit Goldschmuck seit ca. 7000 Jahren, zuvor waren vor allem Holz- und Kupferschmuck verwendet.
Geschichte des Goldschmucks
Die Geschichte des Goldschmucks geht zurück bis in das frühe Altertum. So schätzten bereits die Ägypter Goldschmuck und Gold als Legierung, vor allem durch den damaligen Totenkult wurden vielen Gräbern eine Unmenge an Kostbarkeiten begegeben. Allgemein galt es als Symbol für Macht, Schönheit und Reinheit. Später war Goldschmuck auch in der klassischen Antike bei Griechen und Römern gleichermaßen beliebt. Viele talentierte Schmiedemeister spezialisierten sich auf das kunstvolle Herstellen von Goldschmuck insbesondere Ringen, Ketten, Armbänder.
Aufgrund der großen Nachfrage in der Antike sind im frühen Mittelalter kaum bis gar keine Vorkommen von Gold über Tage mehr vorzufinden. Gold musste seit dem Mittelalter somit unter Tage abgebaut werden oder durch Goldwaschen in entsprechenden Flüssen (eher selten). Im Mittelalter hatte vorrangig nur Fingerschmuck eine Bedeutung und die Goldschmieden wurden häufig von der katholischen Kirche geleitet. Durch den partiellen Mangel an Gold entstand im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit die proto-wissenschaftliche Richtung der Alchemie, die es sich zur Aufgabe macht unedle Stoffe in Edelmetalle, insbesondere Gold zu verwandeln.
Während der Renaissance und des allgemeinen Aufschwungs in Europa entstand auch eine neue Luxusgesellschaft ausgehend vom Mutterland dieser Epoche Italien. Goldschmuck war seitdem beliebter und gefragter denn je. Schmuckgürtel, Anhänger, Ketten, weiterhin Ringe, Verzierungen waren beliebte Anwendungen von Goldschmuck.
Hintergrund zu der Goldaufbereitung und Goldarten
Gold ist nicht gleich Gold. Bei der Goldaufbereitung, um daraus Schmuck zu formen, reichte oft das reine Gold, sogenanntes Feindgold, aufgrund der weichen Konsistenz, nicht aus um es zu bearbeiten und musste mit anderen Metallen gemeinsam verschmolzen werden. Häufig wurden und werden (Edel)Metalle wie Silber, Palladium, Platin, Rhodium, Iridium oder auch Kupfer beigemischt. So entstanden spezielle Goldlegierungen, die vorrangig für Ringe, Ketten und Armbänder verwendet wurden und mit einer bestimmten Zahlenkennung (333, 375, 417, 585, 750, 833, 916, 999) für die Reinheit der Legierung gekennzeichnet wurden. Mitunter gelten erst Kennungen ab Gold 585 als Schmuckgold oder Feingold. In der Schweiz ist es z.b. gänzlich untersagt Gold 333 als Feingold oder damit durchsetzten Schmuck als Goldschmuck zu verkaufen. Gold 333 ist dabei die niedrigste Kennung und gibt an, dass derjenige Schmuck nur aus einem Drittel Gold besteht.
Durch die verschiedenen Legierungen entstanden auch unterschiedliche farbige und beliebte Goldunterarten. Geldgold z.b. besteht aus Feingold, Kupfer und Silber, Rotgold wiederum aus Feingold und Kupfer (für die rötliche Färbung verantwortlich), sowie Blassgold (Gold, Silber, Zink) und Weißgold (Gold, Silber, Nickel).
Goldschmuck in der Gegenwart
Wo früher Goldschmuck zusätzlich reich mit Edelsteinen und anderen Edelmetallen versehen war, schätzt man seit der Moderne (spätes 19. Jahrhundert) eher das Edelmetall in seiner reinen Form. Schmuckstücke aus dem Edelmetall werden dabei über die Jahre hinweg immer schlichter und minimalistischer. Gold gewann in den letzten Jahrzehnten insbesondere auf dem Kapitelfinanzmarkt an entscheidender Bedeutung. Seit ca. 20 Jahren stieg der Goldpreis in Feinunze je Dollar / Euro um ein Vielfaches.
Der aktuellste Grund für diese Entwicklung im frühen 21. Jahrhundert sind die Konsequenzen der Weltwirtschaftskrise. Da viele Kapitalanlagen in herkömmlichen Formen (Wertpapiere, Fonds, Hypotheken/Immobilien) unsicher wurden, wandten sich Käufer und Investoren gleichermaßen Werten und Gegenständen zu, die resistenter gegen krisenbedingten Abfall der Wertigkeit, als eine Währung oder eine Aktie sind. Viele Anleger ließen ihr Kapital in Gold umwandeln. Aus Panik kauften einige Staaten, insbesondere China, Tonnen an Goldvorräten auf. Gold ist beliebter als je zuvor. Von einfachen Uhren und Ringen bis zum prunkvollsten Bedarf eines Adelshauses konstitutionell-monarchischer Staaten findet Gold in vielen Bevölkerungsteilen als Schmuck Verwendung.


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