Piercings

Piercings – Herstellung und Geschichte


 
Hierzulande waren sie – von wenigen Ausnahmen abgesehen – bis in die 1970er Jahre nur in Form von Ohrringen verbreitet; allerdings sind klassische Ohrringe nicht unbedingt das Erste, was einem zum Thema in den Sinn kommt. In anderen Teilen der Erde haben Piercings eine lange Tradition, die sich teilweise bis in die heutige Zeit erhalten hat, so z.B. in Afrika, Asien und Lateinamerika. Sowohl Männer als auch Frauen ließen sich Schmuck aus Materialien wie Holz, Knochen, Horn oder Metall in Ohrläppchen, Nase, Zunge, Wangen und auch im Intimbereich einsetzen. Die Gründe dafür sind ebenso vielfältig wie die Erscheinungsformen: Das Durchstechen der Haut wurde beispielsweise im Rahmen von Initiationsritualen oder spirituellen Handlungen vorgenommen, in anderen Kulturen war es Ausdruck der Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe oder Schönheitsideal.
 
Im westlichen Kulturkreis führten Piercings lange Zeit ein Schattendasein in Hippie-, Punker- und anderen Subkulturkreisen. Dies änderte sich in den frühen 1990er Jahren. Als Prominente begannen, Piercings zu tragen, fand dies zunehmend Nachahmer. Heute ist es ein allgemein akzeptierter Körperschmuck, der keinerlei Rückschlüsse mehr auf weltanschauliche Einstellung oder soziale Zugehörigkeit zulässt. Dabei sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Annähernd alle Bereiche am Körper und im Gesicht können gepierct werden. Das beliebteste Körperpiercing ist bei Frauen das Bauchnabelpiercing, Männer bevorzugen dagegen Brustwarzenpiercings.
 

Piercing - Schmuck


Beim Piercingvorgang selbst wird die entsprechende Hautpartie, nachdem die Stellen für den Ein- und Austritt der Piercingnadel markiert wurden, mit Hilfe einer Piercingzange fixiert. Die Enden dieser Piercingzange ähneln einer Pinzette mit ovalen oder ringförmigen Öffnungen, die den vorgesehenen Stichkanal sicher in Position halten, während die Piercingnadel hindurch geführt wird. Dieser Vorgang findet in der Regel ohne Betäubung statt, denn in Deutschland dürfen Injektionen nur von ausgebildetem Fachpersonal durchgeführt werden. Zudem ist beim Piercen nur ein Einstich erforderlich und auch das Verabreichen einer Spritze ist mit Schmerzen verbunden.
 
Aus hygienischen und gesundheitlichen Gründen sind für den Ersteinsatz bis zum Abheilen nur bestimmte Materialien erlaubt: z.B. Gold, Platin, Titan und Edelstahl. Ist die Wunde vollständig abgeheilt, gibt es diese Einschränkung nicht mehr. Piercing-Schmuck aus Naturmaterialien wird ebenso angeboten wie Variationen aus Plastik und Glas.
 
Bei frisch gestochenen Piercings ist Hygiene das oberste Gebot, um Komplikationen zu vermeiden, und selbstverständlich sollte man sich nur einem erfahrenen Piercer anvertrauen.