Woher stammt der Mondstein?

NAMENSHERKUNFT

Der auch als „Selenit“ und „Adularia“ bekannte Mondstein verdankt seinen Namen seiner Ähnlichkeit mit diesem Himmelskörper. Selenit leitet sich vom griechischen Wort „selene“ ab, was „Mond“ bedeutet und auch der Name der Mondgöttin in der griechischen Mythologie ist – Selenologie – befasst sich demzufolge mit der Geologie des Mondes. Adularia ist eine in den Alpen vorkommende Varietät des Mondsteins, die auch dem für den Mondstein typischen optischen Effekt ihren Namen leiht: Adulareszenz.
Ein einheimischer Edelsteinhändler aus Sri Lanka erzählte unserem Edelsteinexperten Gavin Linsell, dass Mondstein  „keine Tränen“ bedeute – denn wenn am Himmel der Mond zu sehen ist, regnet es nicht. 

OFFIZIELLER STEIN DES STAATES FLORIDA

In Erinnerung an den Start der ersten Mond-Mission 1969 in Cape Canaveral, Florida, wurde der Mondstein 1970 zum offiziellen Staatsstein des US-amerikanischen Bundesstaates Florida ernannt.

MYTHEN UND LEGENDEN

Der Mondstein hat etwas Magisches an sich. Angesichts der Bedeutung, die der Mond für unsere Vorfahren hatte, und der Ähnlichkeit mit dem Mond, die sie in diesem Edelstein sahen, ist die dem Mondstein entgegengebrachte Verehrung nicht verwunderlich. 

Rom und Indien
Wohl aufgrund des silbrigen bis bläulich-weißen Lichts, das auf magische Weise über den Stein tänzelt, glaubte man sowohl im alten Indien als auch in Rom, der Mondstein sei auf geheimnisvolle Weise durch die Strahlen des Mondlichts entstanden. 
Der in Indien als heilig geltende Stein trägt den Hindi-Namen „chandrakant“, was – abgeleitet von den Sanskrit-Wörtern „chandra“ (Mond) und „kanta“ (geliebt) – soviel wie „vom Mond geliebt“ bedeutet und somit auf den mythischen Ursprung des Mondsteins anspielt. 
Die Römer glaubten, das Erscheinungsbild des Mondsteins ändere sich mit den einzelnen Mondphasen. Sie nahmen sogar an, dass auf jedem Mondstein ein Abbild ihrer Mondgöttin Diana zu sehen sei. 

Weissagung
Ein in der Mythologie des Mondsteins immer wiederkehrendes Element ist das Thema „Weissagung“. Dies mag damit zusammenhängen, dass dieser Edelstein immer auch als „weiblicher“ bzw. als „Göttinnen“-Stein betrachtet wurde; in der Antike galt Weissagung in der Regel als weibliche Kunst. Das ging sogar so weit, dass Männer sich in der Antike als Frauen verkleideten und einen Mondstein in den Mund nahmen, um in ihre Zukunft zu blicken. Als „Edelstein der zärtlichen Leidenschaft“ wird dem Mondstein auch immer wieder zugeschrieben, das stärkste und schönste aller Gefühle zu beeinflussen: die Liebe.

SELTENHEIT / QUALITÄT

Es wird zunehmend schwierig, Mondsteine in Edelsteinqualität zu finden, vor allem in der Gewichtsklasse über einem Karat.
Die „besten“ Mondsteine zeichnen sich durch einen blauen Schimmer aus, der mit Veränderung des Betrachtungswinkels sanft über die Oberfläche des Edelsteins gleitet. Der Stein muss eine hohe Reinheit und eine farblose Körperfarbe aufweisen.
Die wahre Magie hinter dem Mondstein heißt Adulareszenz. Nach Schliff (Form, Proportion und Politur), Farbe, Transparenz und Reinheit ist die Adulareszenz das entscheidende Merkmal und Wertkriterium. Bei einem Regenbogen-Mondstein spielt natürlich auch die Irideszenz eine Rolle.

Der optische Effekt hinter der Adulareszenz ist das direkte Resultat des einzigartigen strukturellen Musters des Mondsteines. Es besteht aus winzigen Albit-Einschlüssen, einem Natrium-Aluminium-Silikat vermischt mit Kalium-Aluminium-Silikat- bzw. Orthoklas-Gesteinsschichten des Muttergesteins. Die abwechselnden Schichten verschiedener Feldspate bilden eine lamelläre (schuppige) Struktur, welche die Lichtinterferenz bei Einstrahlung in den Stein verursacht. Dünne Silikatschichten brechen das Licht in schönes und farbenfrohes Schimmern, während dicke Schichten einen weniger ansehnlichen, weißen bis farblosen Glanz produzieren. Beim Eintritt in den Stein wird das Licht gebrochen und gestreut, wodurch dieses einzigartige und wunderschöne Farb- und Lichtspiel entsteht. Bei Mondsteinen scheint es, als glühe die Aura des Lichts aus der Tiefe der Steine bis zu ihrer Oberfläche. Da der Ovalschliff in der Regel das meiste Karatgewicht eines Steines erhält, findet er bei Mondsteinen recht häufig Anwendung. Hochtransparente Steine können durchaus facettiert werden; bei Mondsteinen ist das allerdings äußerst selten.

Mondstein kann anhand seiner Adulareszenz identifiziert werden. Edelsteine mit ähnlichem Erscheinungsbild werden diese phänomenale Adulareszenz vermissen lassen, was es umso einfacher macht, den Mondstein zu erkennen. Der Mondstein ist ein Kalium-Aluminium-Silikat, das sich aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung leicht identifiziert lässt. Viele ähnliche Materialien, wie Labradorit, sind genaugenommen Plagioklas-Feldspate, wohingegen Mondstein seiner Zusammensetzung nach ein Kalium-Feldspat ist. Möchte man den Mondstein von anderen Steinen unterscheiden, bietet sich der Härtetest an. Andere ähnliche Edelsteine wie Opal, Chalzedon oder Ammolit sind deutlich härter oder weicher als Mondstein. Mondstein von höchster Qualität kann eine unglaubliche dreidimensionale Farbtiefe aufweisen, wie man sie nirgendwo anders finden wird; sie macht den Stein so gut wie unverwechselbar.

ABBAUGEBIETE

Kommerziell abgebaut wird Mondstein in einigen wenigen abgelegenen Lagerstätten in Indien, Madagaskar, Sri Lanka und Tansania. Somit ist er weit seltener als zahlreiche bekanntere Edelsteine.

ABBAUGEBIET SRI LANKA

Sri Lanka ist ein wichtiges Abbaugebiet für Mondstein. 
Die Menge an hochwertigem Mondstein, der sich zu Schmuck verarbeiten lässt, wird immer geringer. Mondstein, der schon immer sehr rar war, ist eine der begehrtesten Varietäten des Feldspats.
Feldspat bedeutet eigentlich „Feldstein“, da er den Boden mit wertvollen Pflanzennährstoffen anreichert. Diese Mineralfamilie ist für Edelsteine mit besonders schönen optischen Effekten (AventureszenzAdulareszenz und Irideszenz) bekannt.
Ein im Süden der Insel gelegener Abbauort ist Meetiyaguda, an dem wunderschöne Exemplere des Mondsteins gefunden werden.

CHEMISMUS

Als ein Vertreter der Alkalifeldspate ist der Mondstein eng mit dem Labradorit und dem Sonnenstein verwandt.
Mondstein ist die bekannteste Edelsteinvarietät des Orthoklas, eines Kaliumsilikats. Es ist ein transparentes bis undurchsichtiges Oligoklas, eine Varietät des Plagioklas Albit und Glimmerschiefer. Mondstein ist bekannt dafür, in bestimmten Lichtverhältnissen in einem unverkennbaren Glanz zu erstrahlen und es ist eben dieser Lüster, der den Mondstein so bemerkenswert macht. Und so verdankt der Stein seinen Namen dem Mond, dem er mit seinem magisch anmutenden, bläulich weißen Schimmer, so ähnlich ist. Gemmologen bezeichnen das schimmernde Phänomen als „Adulareszenz“.

FARBE

Mondstein tritt in einer großen Vielfalt von Farben auf, er kann braun, grün, grau, pinkfarben, regenbogenfarben, weiß, gelb oder sogar farblos sein. Mondstein zeigt einen silbrigen bis bläulich-weißen Schimmer (den man als „Adulareszenz“ bezeichnet), ist halbtransluzent bis transluzent und besitzt oft eine sehr hohe Reinheit.

OPTISCHE PHÄNOMENE DES MONDSTEINS

​Der von seiner Zusammensetzung her als Labradorit-Feldspat zu charakterisierende Regenbogen-Mondstein ist in zweifacher Hinsicht ein optisches Phänomen: Neben seiner strahlend blauen Adulareszenz zeigt er durch Aufspaltung des Lichts in die Spektralfarben (Irideszenz) auch zahlreiche andere Farben.

SCHLIFFE

Früher wurden Mondsteine traditionell als Cabochons geschliffen, heutzutage werden sie jedoch in zunehmendem Maße auch facettiert.
Da Mondsteine mit dem Glanz von Schmuckmetallen herrlich zusammenspielen, eignen sie sich wunderbar zur Verarbeitung in Schmuckstücken. 

LEGENDEN UND ÜBERLIEFERUNGEN

Der Mondstein ist eng verbunden mit dem Mond. Er war der Stein der Göttin Diana. Die größte Macht entfaltet der Mondstein bei Vollmond. Einst trug man ihn als Amulett, auf dass er dem Träger gute Gefühle einflöße und gleichzeitig die zarten Seelen schütze. Ihm wird nachgesagt, er könne zerstrittene Liebende wieder vereinen. Der Mondstein gilt auch als Glückstein. Er ergänzt nichts, lenkt nicht ab – er zeigt die Dinge, wie sie sind. Angeblich vermag der Mondstein zu erkennen, was wirklich “ist”. Auch soll er ein ausgezeichneter Meditationsstein sein und bei der Suche nach dem eigenen Selbst helfen. Legt man ihn ins Licht des zunehmenden, nicht des vollen oder abnehmenden Mondes, wird er neu belebt. Heiler verwenden den Mondstein, um die Zirbeldrüse zu stimulieren und den inneren Hormonzyklus mit dem Rhythmus der Natur in Einklang zu bringen. Der Mondstein ist ein Stein des inneren Wachstum und der Stärke. Obwohl er oft als Stein für Frauen gesehen wird, kann er auch für Männer vorteilhaft sein und bei der Öffnung des emotionalen Selbst helfen. Nur von wenigen Edelsteinen gibt es so viele Überlieferungen und Legenden wie vom Mondstein. Seit Jahrtausenden wird er von Kulturen aus allen Teilen der Welt verehrt. Der Hindu-Legende zufolge entstand der Mondstein aus Strahlen des Mondlichts, und einst glaubte man, wenn man bei Vollmond einen Mondstein im Mund trägt, könne man seine Zukunft sehen. In Indien ist der Mondstein ein heiliger Stein, und es wird allgemein angenommen, er bringe seinem Träger Glück. In arabischen Ländern, so ist es überliefert, nähten sich Frauen Mondsteine in ihre Unterwäsche, weil sie als Symbol der Fruchtbarkeit betrachtet wurden. Im antiken Rom war der Mondstein dem Mond zugeordnet und es wurde spekuliert, dass der Edelstein aus Tropfen des Mondlichts entstanden ist. Man sagte dem Stein die gleichen Eigenschaften nach, die man mit dem Mond in Verbindung bringt, also Weiblichkeit, Intuition, Träume, Emotionen, Romantik und Liebe.

MEETIYAGODA AUF SRI LANKA

Meetiyagoda liegt zwischen Hikaduwa und Ambalangoda in Süden des Insel. Hier werden die schönste Mondsteine der Welt abgebaut: Regenbogen Mondstein und Ceylon Blaue Mondstein.

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